Marie hat es in diesem Kommentar angesprochen: Wir befinden uns oft in diesem Rad “Geld verdienen – und deshalb keine Zeit haben”.
Das hat mich motiviert, einmal über die Bedeutung nachzudenken, die Geld für mich hat.
Also erst einmal: Ich brauche Geld, um mich sicher, also überlebensfähig zufühlen. Denn Geld bedeutet für mich: Dach über dem Kopf, Essen haben, abgesichert sein, z. B. durch eine Krankenversicherung und Unabhängigkeit. Das ist für mich in genau dieser Reihenfolge sehr wichtig.
Deshalb bin ich froh, dass ich eine Arbeit habe, die mir diese Dinge finanziert. Ich brauche und habe keine teuren Statussymbole. Ich wohne in einer normalen Mietwohnung, fahre einen praktischen und preiswerten Franzosen, meine Klamotten stammen aus keiner Boutique.
Manchmal wünsche ich mir, “reich” zu sein. Deshalb spiele ich gelegentlich Lotto. Allerdings geht es nicht darum, mir mit dem Geld irgendwelchen sehr großen Wünsche zu erfüllen. Die habe ich gar nicht. Mein einziger Wunsch, den ich mir erfüllen möchte, ist ein Haus mit Garten. Das würde ich aber auch mieten, wenn ich denn die Miete, die das in unserer Region kostet, zahlen könnte
.
Nein “viel Geld” wünsche ich mir, um abgesichert zu sein. Damit ich die Dinge tun und planen kann, zu denen ich mir jetzt einfach nicht die Zeit nehme. Und das ist der Punkt: Ich nehme mir die Zeit nicht! Stattdessen erarbeite ich Geld, um auch im Alter “gut zurecht” zu kommen. Denn meine Ansprüche auf gesetzliche Rente sichern mein Überleben im Alter keineswegs ab.
Aber vielleicht sollte ich mich darauf beschränken, daran zu denken, dass mein Einkommen JETZT ausreicht. Was weiß ich, was in 20 Jahren ist?
Ich muss meine Zukunftsangst bewältigen. Mit Geld hat das glaube ich, gar nichts zu tun.
Jetzt möchte ich aber die Frage beantworten, was mir Geld bedeutet:
Geld bedeutet für mich Sicherheit und Unabhängigkeit.
Was bedeutet Geld für Euch?
Hallo Scannerin,
Geld bedeutet für mich Freiheit (=Unabhängigkeit).
Sagte nicht Rockefeller sinngemäß, dass wer arbeite, keine Zeit habe, Geld zu verdienen?! Ein interessanter Aspekt, wie ich finde.
Eins hat mich ein wenig verwundert: du schreibst, dass du keine großen Wünsche hast. Im nächsten Satz träumst du von einem Haus mit Garten. Ist das kein großer Wunsch? Aus deinen Zeilen klingt es für mich, als ob es fast unanständig sei, Wünsche oder Geld zu haben. Ich finde es erstrebenswert. Beides
Hast du “Die 4-Stundenwoche” von Timothy Ferriss gelesen? Es geht darum, womit man seine Zeit verbringt, wie man sich mehr Freiraum schaffen könnte und die Verwirklichung von Träumen JETZT und nicht erst in der Rente. Er nennt es “Mini retirements”. Sehr unterhaltsam und pragmatisch! Es entspricht genau der Problematik, die du in deinem Beitrag ansprichst, nur dass er auch Lösungsansätze liefert. Das ist mein absolutes Lieblingsbuch. Okay, nach (oder knapp vor) Shers Scannerbuch.
Liebe Grüße,
Anja
Kommentar von Anja — 18. November 2008 @ 22:33 |
Hallo Anja,
nein, ein Haus mit Garten ist für mich kein “großer Wunsch“. Und natürlich ist es nicht “unanständig”, Wünsche oder Geld zu haben.
Ich wollte vielmehr ausdrücken, dass die “Jagd nach Geld” uns oftmals daran hindert, Dinge zu tun, die vielleicht – oder sogar sicher – kein Geld einbringen, uns aber innerliche Befriedigung beschweren können.
Mich persönlich hält das Streben nach Sicherheit, denn das bedeutet Geld für mich vor allen Dingen, davon ab, so manche Idee, die ich als Scannerin habe, “richtig” anzugehen.
Ich danke Dir für den Buchtipp. Das steht bereits auf meiner Liste für meine Buchhändlerin.
LG Scannerin
Kommentar von scannerin — 22. November 2008 @ 19:12 |
[...] @ 2:34 Uhr nachmittags Tags: 4-Stunden Woche, Timothy Ferriss, Zeitmanagement Aufgrund des Tipps von Anja habe ich in den letzten Tagen “Die 4-Stunden Woche” von Timothy Ferriss gelesen. Ein [...]
Pingback von Ich habe fertig « Das Leben ist ein Süßigkeitenladen — 13. Dezember 2008 @ 14:34 |
Für mich bedeutet genügend Geld auch eine Form von Sicherheit, Unabhängigkeit und Flexibilität. Nur wenn ich arbeiten gehe, verdiene ich Geld und kann aufregende Dinge planen, die ich unbedingt einmal in meinem Leben machen möchte. Wie du allerdings schon schriebst, ist es gar nicht so einfach, diese Dinge auch umzusetzen. Oft wird über Jahre hinweg geplant, was das Zeug hält, weil entweder die Zeit für die Umsetzung fehlt oder man sie sich einfach nicht nimmt. In unserem Unternehmen wurde vor einigen Monaten auf Kurzarbeit umgestellt, wodurch meine heile Welt zunächst ins Wanken geriet. Ich dachte, dass nun alles vorbei sei mit der finanziellen Sicherheit etc., aber als ich mich über die Kurzarbeit Rechte informiert habe, wurde ich sogleich wieder ruhiger: Es ist nicht der Anfang vom Ende, sondern die Vermeidung von Entlassung. Und wenn man über die Hintergründe und Rechte Bescheid weiß, kann man diese Zeit viel besser durchstehen. Und siehe da: Nach nur drei Monaten wurde die Kurzarbeit aufgehoben, das volle Gehalt überwiesen und mein persönliches Weltbild wieder gerade gerückt. Selbst die Psyche ist also stark von Geld abhängig. Viel, viel, viel Geld möchte ich nicht einmal haben, doch wenn man mir es zusteckte, würde ich vermutlich auch nicht protestieren. Aber ich würde keinen äußerst anderen Lebensstil pflegen, sondern z.B. etwas anlegen, öfter in den Urlaub fahren und jedem aus meiner Familie einen kleinen Traum verwirklichen.
Kommentar von Bea — 21. Juli 2010 @ 06:32 |